Siebziger, notdürftig gereimt

Bluna, Tritop, Afri-Cola,

Prilblumen und Klementine,

Dalli-Dalli, Ilja Richter,

ganz mechanisch: Schreibmaschine.

Schlussverkäufe, Baader-Meinhof,

Breschnew und Honecker,

Willy Brandt und Willi Stoph,

Negerküsse waren lecker.

Jusos, Judos, Schmidt und Strauß,

F.A.Z. nebst Stern und Spiegel …

Plötzlich ging das Erdöl aus.

Da half weder Brief noch Siegel.

Als ich in die Schule kam,

war Olympia in München,

und die Zeit verging noch langsam:

Nichts ließ sich da übertünchen.

Siebziger, wart ihr nun besser

als unsre altgewordne Zeit?

Ihr warbt um Raucher, Trinker, Fresser

und reklamiertet so die Freiheit.

Auf ewig Fortschritt und Konsum!

Man baute fleißig Autobahnen.

Je mehr das Geld floss, blieb man stumm

und nahm gern Mohn von den Afghanen.

Es waren ausgelassne Jahre

mit Tagesschau und Sesamstraße.

Der Teppich hieß: „Auslegeware“

im kleinen wie im großen Maße.

Ob giftgrün, hellbraun, himmelblau:

Ästhetik fand einfach nicht statt.

Bis ultimo lief diese Show.

Kein Mensch war je scheinblütensatt.

Ein Gedanke zu “Siebziger, notdürftig gereimt

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