Herders Weihnachtslied

Dass Weihnachten erst angefangen hat, ist den meisten eiligen Menschen nicht bewusst. Was sich aus der Heiligen Nacht heraus entfaltet und am Epiphaniasfest vulgo Dreikönigstag zu höchster Blüte gelangt, macht eines der unzähligen Lieder deutlich, welches hier und heute kurz betrachtet werden soll, zur im Sommer dieses Jahres anstehenden Feier des zweihundertfünfundsiebzigsten Wiegenfestes seines ersten Textdichters. Ich orientiere mich im folgenden am Evangelischen Gesangbuch (EG) von 1993 und an Herders Urfassung.

Nebenbei kommen nach- und durcheinander Baltikum und Bückeburg, Genf und Geistverwirrung, Königsberg und Kant, Ostpreußen und Oldenburg, Weimar und Weisheit, Zürich und Zarenreich sowie andere ähnlich anlautende, aber dann doch so grundverschiedene Phänomene in den gelehrten wie durchaus frommen Blick. Und vielleicht regt dieser kleine Beitrag ja auch dazu an, sich näher mit Herder zu befassen, dem Schöpfer so wirkmächtiger Begriffe wie „Volkslied“ oder „Zeitgeist“ …

EG 74 (Melodie: EG 442)

1 Du Morgenstern, du Licht vom Licht, / das durch die Finsternisse bricht, / du gingst vor aller Zeiten Lauf / in unerschaffner Klarheit auf.

2 Du Lebensquell, wir danken dir, / auf dich, Lebend´ger, hoffen wir; / denn du durchdrangst des Todes Nacht, / hast Sieg und Leben uns gebracht.

3 Du ewge Wahrheit, Gottes Bild, / der du den Vater uns enthüllt, / du kamst herab ins Erdental / mit deiner Gotterkenntnis Strahl.

4 Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht, / führ uns durch Finsternis zum Licht, / bleib auch am Abend dieser Welt / als Hilf und Hort uns zugesellt.

Neugier und Forscherdrang bringen Menschen, die bisher von Gott nichts Genaues wussten, zum Heiland der Welt, weitab vom Zentrum politisch-wirtschaftlicher Macht. Der Himmel auf Erden will erst entdeckt werden, aufgespürt, erwandert: Das Licht des Lebens erstrahlt im Verborgenen – weder im kaiserlichen Rom noch im Palast des Herodes, sondern schriftgemäß im judäischen Gebirge, an der Futterrinne, da Ochs und Esel sich Gute Nacht sagen. Man lese hierzu wieder einmal in Luthers unübertroffener Übersetzung Lukas 2 und Matthäus 2. Dann ist man christfestlich neuerlich althergebracht im Bilde.

Dem Weihnachtswunder eignet Ruhe, übernatürlicher Glanz, Licht durch die Finsternisse. Hintergründig klar scheint der Morgenstern, unbemerkt vom Getümmel des lauten Alltags: und doch beständig seit jeher, vor aller Zeiten Lauf. Neugier und Forscherdrang: eines bedingt das andere, und wenn beides auf gutem Wege ist, dann steckt viel Glauben darin. Die Erzählung von den Weisen aus dem Morgenland ist ein schönes Beispiel auch dafür, wie akademische Wissenschaft mit menschlich-unbedingtem Wissen-Wollen eine fruchtbare Verbindung eingeht und der Gotterkenntnis Strahl sich ungehindert Bahn brechen kann.

Herders Weihnachtslied

Wer glaubt, wer auf Gott vertraut, geht wach durch die Welt und wird erleuchtet vom Zeichen des Himmels selbst. Der Stern von Bethlehem verkündet: Gottes Bild ist erschienen; das Krippenkind enthüllt uns den Vater, herab ins Erdental. An Weihnachten wird uns das Geheimnis Gottes offenbar: Epiphanias bringt es auf den Erkenntnispunkt: Gott ist Mensch geworden.

Der Text unseres Liedes fußt auf einer Vorlage des Theologen Johann Gottfried Herder. Der erblickte das Licht dieser Welt vor nunmehr bald 275 Jahren, im August 1744, und schaut die ganze Klarheit des Herrn seit Dezember 1803. Er lebte hier auf Erden zu einer Zeit, da man sehr zuversichtlich war, menschliche Wissenschaft und göttliche Erkenntnis zusammenbringen zu können. Im Lichte der europäischen Aufklärung versuchte man im protestantischen Deutschland auch die Botschaft der Bibel neu zu verstehen – für einen umfassend gebildeten Pfarrer wie Herder bedeutete dies vor allem, die überlieferten Texte aus ihren eigenen Entstehungsbedingungen heraus zu deuten.

Wie so vielen Gelehrten der damaligen Zeit, so dämmert auch dem gebürtigen Ostpreußen und zwischenzeitlichen Hauslehrer und Prediger in Riga, dass wir es bei antiken, biblischen und anderen „alten“ Texten zunächst mit ganz fremden, fernen Welten zu tun haben. Sprache, Ausdruck, Denken und Brauchtum der alten Völker gilt es zu erforschen und mit gegenwärtigen Erfahrungen zu verbinden. Die Aufklärung wird in solch historischer Neugier romantisch: Auf einer stürmischen Schiffsreise durch den Ärmelkanal erinnert sich Herder unter anderem an seine Lektüre von Shakespeare-Dramen. Die rauhe aufgewühlte See wird ihm zum Sinnbild für die menschlich-allzumenschlichen Abgründe, in die hinein sich Helden wie die des englischen Dichters verstricken: zeitlos gültig, wiewohl in zeitbedingten literarischen Formen dargestellt.

Ganz am Rande hat Herder, ohne es zu ahnen, die entscheidenden Weichen für den Fortgang oldenburgischer Geschichte gestellt. Kurze Zeit nämlich war er als Lehrer im gefürsteten Bistum Lübeck angestellt. Er sollte des Herrschers schwer erziehbaren Sohn wieder in die Spur bringen. Aber der Prinz steigerte sich nur immer mehr in ausschweifenden religiösen Wahn hinein und bestand rumpelstilzchenhaft darauf, römisch-katholisch zu werden – am Hofe des reichsweit einzigen lutherischen Fürstbischofs ein Ding der Unmöglichkeit. Da wusste auch Herder irgendwann, mitten auf der Kavalierstour, die man dem Querkopf organisiert hatte, nicht weiter: Er verließ entnervt die Eutiner Reisegesellschaft und sah sich nach einer neuen Arbeitsstelle um.

Der Prinz indes wurde daraufhin entmündigt; die Erbfolge ging über auf seinen Cousin, Prinz Peter Friedrich Ludwig. Nachdem das Haus Gottorp durch einen Vertrag mit Dänemark und Russland die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst erhalten hatte, verlegte Peter Friedrich Ludwig – als sein Onkel gestorben war – die Residenz schrittweise von Eutin nach Oldenburg und regierte (bis zum Ableben des Vetters offiziell „nur“ administrativ) als Herzog über Stadt und Land. Er ist ein herausragendes Beispiel für das seit der Antike gepflegte Bild vom guten Fürsten – im Gegensatz zum Tyrannen, wie ihn im Evangelium der König Herodes verkörpert. Kein oldenburgischer Herrscher der letzten zweihundertfünfzig Jahre ist denn auch der Nachwelt so dankbar in Erinnerung geblieben wie „PFL“.

Aber zurück zum Wegbereiter dieser für den oldenburgischen Staat so glücklichen Entwicklung, zu Johann Gottfried Herder: Beginnend mit seiner Tätigkeit als Oberpfarrer in Bückeburg, seit 1771, beschäftigt er sich ausführlich mit den biblischen Ursprachen, veröffentlicht gut zehn Jahre später eine Abhandlung über die „Ebräische Poesie“. Allein aus der dichterisch klingenden „Urweissagung“ des Volkes Israel, meint er, ist die Botschaft von Gott angemessen in die Welt gekommen. – Nach 1776, als Generalsuperintendent und Konsistorialrat in Weimar, zugleich Nachbar von Goethe und Schiller, hat Herder seine Gedanken weiter ausgebaut. Seine Sammlung von Sagen, Legenden und Volksliedern wird immer größer. In dieser Zeit erhält in seinem Umfeld die Melodie von „O du fröhliche“ ihre endgültige Form; und damals, wohl um das Jahr 1795, dichtet Herder ein Lied, das in Klammern die schlichte große Überschrift trägt: „Christus“.

Du aller Sterne Schöpfer, Licht, / das aus des Himmels Tiefen bricht, / und gehst der Ewigkeiten Lauf / in ewig neuer Klarheit auf – so wird unser Herr und Heiland in Herders Urfassung unseres Liedes angeredet. Aus des Himmels Tiefen kommt des Glanzes stille Macht, sozusagen das Friedenslicht von Bethlehem, als fortwährendes Zeichen der Liebe Gottes. Das Krippenkind besucht uns in unserm Tal mit seiner Gott-Erkenntnis Strahl: Aus den weiten Tiefen des bestirnten Himmels sucht es die je und je persönlichen Finsternisse, Traurigkeiten, Ängste auf und verwandelt sie in neue Hoffnung. Der Gekreuzigte und Auferstandene bleibt bei uns, als Mitwanderer im Tal eigenen Wandelns durch die Zeitläufte.

Das Bild vom finsteren Tal, wie es besonders prominent im 23. Psalm aufscheint, mündet in Herders Urfassung des Liedes ein in die Schau des ruhenden Berges in Wolken: Auf seine Höhe sollen wir gelangen, auf ihm harret ewig Gut. Der biblische „Olymp“, der Gottesberg, von wo aus Weisung an das auserwählte Volk ergeht: der Berg Sinai, wo Mose die Zehn Gebote empfängt, kommt ebenso in den Sinn wie der prophetische Berg Zion, auf dem sich alle Völker in der Endzeit versammeln werden; wir erinnern die Weisheitssprüche Jesu, die nicht ohne Hintergedanken in der sogenannten „Bergpredigt“ zusammengestellt sind; ebenso den Berg, auf dem Jesus den vertrautesten Jüngern in überirdischem Glanz verklärt erscheint.

Der Gesetzesberg erweist sich als der Höhenzug des Evangeliums. Das Wort von Herders philosophischem Landsmann Immanuel Kant vom „bestirnten Himmel über mir und dem moralischen Gesetz in mir“ mag anklingen. Der des Todes Nacht durchdrungen hat, der als der Auferstandene Erkannte ist Hilf und Hort; zu ihm darf gerufen werden in begründeter Hoffnung und mit Anklang an die Emmausjünger: Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht.

Im Gesangbuch ist das Lied der Melodie „Steht auf, ihr lieben Kinderlein“ des Lutherschülers Nikolaus Herman zugeordnet. Herder und die thüringischen Gemeinden aber haben eher die Melodie zum 134. Psalm aus Genf im Sinn gehabt. So kommt helvetische Weltläufigkeit in das Lied. Der Genfer Psalter, dichterisch-musikalisches Wunderwerk aus der reformierten französischsprachigen Schweiz, hat durch die Nachdichtungen des Ambrosius Lobwasser, eines lutherischen Juristen aus Königsberg, seit Ende des 16. Jahrhunderts auch den deutschsprachigen Raum für sich gewonnen, über die damals sehr strengen Konfessionsgrenzen zwischen Reformierten und Lutheranern hinweg. Sogar die zunächst so musikabweisende reformierte Zürcher Kirche führte im Jahre 1598 die Genfer Psalmlieder in der Lobwasserfassung ein, nachdem man dort mehr als siebzig Jahre lang überhaupt nicht mehr im Gottesdienst gesungen hatte.

Beim Singen aller sechs vollendeten Strophen der Herderschen Urfassung mit der Melodie auf eine Nachdichtung aus dem Geiste der „Ebräischen Poesie“ sind Osten und Westen, Norden und Süden sehr eigentümlich beisammen. Die Weisen aus dem Morgenland haben in ihrer Neugier und ihrem Forscherdrang jenes Licht im Blick gehabt, dessen Zeiten Lauf die Geschichte unseres christlichen Abendlandes gewirkt hat. Und was an Nord- und Ostsee an Gedankenweite sich mit genauem Takt und Klang der französischen und schweizerischen Denkungsart verbindet, hat – wenigstens im Raum evangelischer Kirche und Kultur – dem Leben vor Ort immer zum Besten gedient.

Denn jene Spielart der Aufklärung, die ganz bewusst bei ihren christlichen Wurzeln geblieben ist, entwickelt immer wieder neuen Sinn für den Nächsten: nimmt ihn an in seinen Besonderheiten und in seinem Anderssein – interessiert sich für seine Herkunft, Prägung und Lebensgeschichte – übt wache, nicht etwa gleichgültige Toleranz – und weiß dabei über die eigene kulturelle und konfessionelle Bindung Bescheid.

Aus dem Licht vom Licht starken Bekenntnisses, im Angesicht des Krippenkindes, kann die Fähigkeit erwachsen, Gemeinschaft über alle Fremdheit zu pflegen, miteinander zu lachen und zu weinen, gemeinsam zu feiern und zu trauern. Der Glanz von Weihnachten kommt vom Friedenslicht aus Bethlehem, vom Stern aus dem Stall. Der bestirnte Himmel außen und innen gibt uns seine Weisung ins Herz.

Da wächst die Bereitschaft, sich leiten zu lassen von dem einen Ziel, dem Berg oder Stern Jesus Christus. Dabei wird niemandem der Griff nach den Sternen abverlangt – vielmehr das Vertrauen in den, der die Menschen, ja die Menschheit in Geschichte und Gegenwart kennt und annimmt. Der wahre helle Morgenstern begrüßt, umfängt und begleitet uns, ehe wir’s gedacht! Dieser Glaube lässt hellwach bleiben und bestirnt wandern in die Zeit.

Herders Urfassung (Melodie: EG 300)

(Christus)

1 Du aller Sterne Schöpfer, Licht, / das aus des Himmels Tiefe bricht, / und gehst der Ewigkeiten Lauf / in ewig neuer Klarheit auf.

2 Dir danken wir, dir beten wir, / und opfern hohe Hoffnung dir; / denn du durchbrachst der Erde Nacht / mit deines Glanzes stiller Macht.

3 Besuchtest uns in unserm Tal / mit deiner Gott-Erkenntnis Strahl, / aus welchem ewig Leben fleußt, / und sich in stille Seelen geußt.

4 Und wird in ihnen Gottes Bild / mit Weisheit, Lieb und Kraft erfüllt / und leitet sie durchs Todestal / zu jeder Sonne neuem Strahl.

5 Bleib bei uns Herr, verlaß uns nicht, / führ´ aus der Dämmrung uns zum Licht, / der du am Abende der Welt / dich treulich bei uns eingestellt.

6 Sei uns Mitwanderer im Tal / der Hoffnung zu des Berges Strahl, / der dort in Wolken vor uns ruht, / und auf ihm harret ewig Gut.

[7 Was keine Augen je gesehn, / harrt unser …]

 

Foto: Licht aus der Krippe.

Literaturhinweis: Liedkommentar von Eberhard Schmidt, in: Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch Heft 3, Göttingen 2001, Seiten 36 bis 39; darin Herders ursprünglicher Text in modernisierter Rechtschreibung Seite 37 (Reihe: Handbuch zum Evangelischen Gesangbuch Band 3, Ausgabe in Einzelheften, Göttingen 2000 ff).

 

 

HerbstSchlussPunkt

Jedes Vergehen kommt zum Ende. Wäre es anders, so gäbe es nichts als Erosion, Paralyse, Todesfraß. Darin läge dann eine seltsame Übereinstimmung von vereinzelter Straftat und allgemeiner Vergänglichkeit. Doch solch schreckenerregend erdachte Perpetuierung hartnäckiger Negation erfährt eine zunächst milde, dann immer deutlichere Abschwächung bis zum gänzlichen Verschwinden ihrer selbst. Irgendwann ist nämlich im richtigen Leben auch mit dem schwelgerischsten fin de siècle einfach Schluss; da wird ein Punkt gesetzt: fertig – aus.

HerbstSchlussPunkt (1)

Im Vorhof des Museums für anatolische Zivilisationen in Ankara ist die Kopie einer freistehenden hethitischen Steinskulptur aufgestellt. Die Plastik, die im Original aus dem dreizehnten Jahrhundert vor Christi Geburt stammt, stellt Tessup dar, den Wettergott des Himmels. Seine Kopfbedeckung zieren vier Hörner; flankiert wird seine Gestalt von zwei Löwen; die Rechte ist siegend erhoben, mit der Linken steuert er vielleicht einen Streitwagen: Bewehrte Macht über alle Himmelsrichtungen; ungebrochene Gewalt über alles, was da lebt und webt und west; beidhändige Tatkraft in wetterwendischer Willkür.

Doch das Großreich der Hethiter wurde vertilgt durch den Einbruch der sogenannten Seevölker um das Jahr 1200 der vorchristlichen Zeit … Anatolien sah hernach auf seinem Boden noch unzählige andere Kulturen kommen und gehen, in je ihrem Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Sollte ein Oswald Spengler doch Recht gehabt haben mit der These aus seinem in diesem Herbst 2018 nach Christi Geburt hundert Jahre alt gewordenen Buch vom „Untergang des Abendlandes“, derzufolge jede Kultur aus sich selbst heraus wächst und in sich vergeht, ohne nennenswerten Einfluss von außen, quasi organisch, bar jeglicher kontinuierlichen Nachwirkung, mithin (kon)sequenzlos?

HerbstSchlussPunkt (2)

Blicken wir auf die andere Seite der Spiegelachse, die das imaginäre Jahr Null in unserer herkömmlichen Zeitrechnungsleiste bildet. Von den hethitischen Rätseln der Jahre um 1200 vor Christus landen wir in dem erst kürzlich aus unzugänglicher Wildnis in urbares Land verwandelten Grund und Boden der Epoche um Anno Domini 1200. Die Mönche des Zisterzienserordens schufen, gänzlich auf sich selbst gestellt, unter anderem hier im nebeligen Norden durch Forst-, Wasser- und Landwirtschaft die Grundlagen unserer heutigen mitteleuropäischen Zivilisation.

Aber die ursprünglich dazugehörige wetterfeste Kultur, die eigene Art zu beten, zu arbeiten und zu lesen, ist längst dem Vergessen anheimgefallen. Spätestens mit dem „Herbst des Mittelalters“, den Johan Huizinga für die flämisch-wallonische Welt so eindrücklich beschrieben hat, gingen Geist und Wissen, Handwerk und Kunst, wie sie sich innerhalb der tausend Jahre zuvor entwickelt hatten, in ihrer bis dato unbestrittenen Geltung still und, in entdeckungsfreudigem fortschrittsgläubigem Zeitgeist, weitgehend unbetrauert dahin.

HerbstSchlussPunkt (3)

Jedem Kulturpessimisten hingegen ist der jahreszeitliche Herbst ein Fest. Hier sieht er alles ausgebreitet, wofür er keine differenzierten Worte findet. Die Trauer des Herzens und der Seele wird ihm behelfsmäßig sozusagen eine Augenweide. Im Blick auf den Baum mit seinen welkenden Blättern an trübsinnig nach unten hängendem Zweigwerk vermeint er das Ende der Welt zu erkennen.

So „geerdet“ kann es da mitunter einen verhängnisvollen Umschwung geben: Der Philosoph wird zum Terroristen, gibt seine eigene Tradition hemmungslos wetternd preis. Kein schöpferischer Impuls wohnt ihm dann mehr inne, sondern es triumphiert die Aggression. Das Pikante dabei: Er wähnt sich auch noch gesamtgesellschaftspolitisch im Recht, wenn er nur gründlich allen Eigencharakter über Bord wirft, das Kind mit dem Bade ausschüttet, jegliches Autobiographische von Sprache, Sitte, Staatlichkeit, Sehnsucht, Schönheit, Substanz sui generis demonstrativ verachtet und sie denen madig macht, die in herzbetonter wie seelischer Trauer verbleiben, um diese innerlich durchzuarbeiten und gerade in fortwährender geduldiger Bewältigung neue Kräfte zu bekommen.

Mir scheint, dass die 68er-Bewegung, bei allen berechtigten kritischen Äußerungen und daraus folgenden Umwälzungen, aufs ganze gesehen die eigentümlich herbstlich-individuellen Stärken des Einzelnen völlig unterdrückt hat. Dieses diktatorische Gebaren fällt ihnen mittlerweile auf die Füße. Rechtschreibreform und Rauchverbot haben viele Bürger noch hingenommen. In Hinsicht auf Genderquoten und sonstige „Gerechtigkeiten“ aber sind mittlerweile etliche Zeitgenossen nicht zuletzt von jener rohen Humorlosigkeit genervt, mit der diese gedankenpolizeilichen „Anliegen“ exekutiert werden. Und bei den immer offizieller werdenden Verteufelungen von automobiler Fortbewegungsfreiheit oder deren Gängelung durch hohe Kraftstoffpreise sieht es schon ganz anders aus: Gelbwestfilme sind angesagt – vive la France!

HerbstSchlussPunkt (4)

Tiefstehende Sonne lässt vielleicht aufmerken. Dass die Monaden bei Leibniz fensterlos gedacht sind, müsste eigentlich schon zur Genüge irritieren. Und die Auffassung, geschichtliche Entwicklungslinien höben an und vergingen, ohne auch nur leiseste Spuren zu hinterlassen, ist zumindest anfechtbar. Es gibt bei Huizinga unter vielen schönen Sentenzen auch diesen aufschlussreichen Satz: „Das spätere Mittelalter ist eine der Endperioden, in denen das kulturelle Leben der höheren Kreise fast ganz zum Gesellschaftsspiel geworden ist.“ Also ein Herbstabschnitt, auf Schluss und Zielpunkt eingestellt, aber doch so, dass zumindest die priviligierten Schichten in ihren eingeübten, womöglich auch eingefahrenen Ritualen und Gebräuchen souverän hantieren und ihre Rollen spielen konnten. Individuelle Lebenslust war, allem Verfall zum Trotz, nicht minder, sondern durchaus stark. Das frei kräftemessend wettspielerische Element nahm nicht ab, sondern zu. Und wer nicht dieser Hautevolée angehörte – also zu den allermeisten zählte – , lebte so vor sich hin in Mühe und Arbeit wie ehedem die gesamte geschichtlich greifbare Menschheit nach dem Sündenfall.

Solch von 68er-Seite wütend bekämpfter postlapsarischer Urgrund von Kultur und Zivilisation macht bei aller Rede vom frühlingserwachten Werden und herbstdämmrigen Vergehen den biblischen Stachel aus: wider die Lust und / oder den Frust am Untergang. Was sich jahreszeitenunabhängig, epochenübergreifend und erstaunlich allwettertauglich durchzieht, ist jene Schwäche, die es dem Menschengeschlecht letztlich versagt, eine durchgehend stabile, allzeit gültige und überall gleichermaßen anerkannte Herrschaft aufzurichten. Man möchte angesichts der historisch tausendfach verbürgten Fälle von Machtergreifung in wessen Namen auch immer ausrufen: Gott sei Dank. Aber zugleich ist dem alten Adam eine ihm ursprünglich total fremde, jedoch frohe Kunde ganz von außen göttlich eingeflößt, die es ihm erlaubt, mit neuen Augen seine dunkle Misere zu durchschauen.

Aus diesen Lichtstrahlen, die vor lauter Bäumen dann doch den Wald durchscheinen lassen, speist sich unser christliches Abendland. Möglich, dass sich dessen äußere Formen verändern werden und es insofern untergeht wie bisher noch jede von den unzähligen Kulturen, die geschichtlich verbürgt sind. Von den Hethitern über die Zisterzienser bis zur Trauerweide und zum Herbstwald mit sich ankündigendem niedrigen Wintersonnenstand über erstem Schnee: Von allen ist am Schluss doch etwas übriggeblieben. Die Hethiter sind das bisher nachweislich erste Volk mit indogermanischer Sprache; die Zisterzienser wirken in ihrer innovativen Art weiter: Die konnten richtig zupacken! Und mit den Bäumen gilt: Jegliches Vergehen nimmt ein Ende, findet friedlichen Beschluss, kommt zum Punkt, ganz standhaft. Hoffen wir auch diesmal das Beste.

Fotos: (1) Museum für anatolische Zivilisationen in Ankara, 2014; (2) Mauerwerk ums Kloster Loccum, 2018; (3) Trauerweide, 2018; (4) Schlosspark in Rastede, 1979.
Zitat aus: Johan Huizinga: Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden (1941). Herausgegeben von Kurt Köster. Stuttgart 1987. Seite 83.

 

 

 

 

 

 

Lamoleonische Vestib*letten

Entre nous: Entrez, s‘ il vous plaît! Wenn man nur wüsste, wohinein. Da ergeht freundliche Einladung, und ich nehme sie auch durchaus gerne an. Rankenornamental ist alles super im Vestibul. Oder eingedeutscht mit ü statt u, wie bei der C/Konfi- oder Ouvert*re? Manche Wörter übrigens gibt es in der behelligten Sprache gar nicht. Der Friseur/Frisör heißt im Französischen coiffeur, und wer in anglophonen Gegenden ein Handy so nennt und also neudeutsch „Händie“ ausspricht, sollte sich über unverständiges Kopfschütteln nicht wundern, selbst bei denen nicht, die unablässig mit ihrem mobile beschäftigt sind.

Am geschmiertesten läuft die eigene Sprache, wenn sie sich selber so setzt, als seien ihre Gepflogenheiten die natürlichsten der Welt und schon immer dagewesen, sozusagen seit unvordenklichen Zeiten. Angesichts von Blümchenmustern dürfte das keine allzugroße Anstrengung darstellen. Unüberwindliche Schwierigkeiten ergeben sich auf einer hochstrebend sowie blumig gedachten Treppe der Erkenntnis vielmehr aus dem Mangel an Orientierungsstufen (!):

Lamoleonische Vestibületten

Erstens nämlich hat die Räumlichkeit, in der ich mich nun befinde, nichts mit einer längst wieder abgeschafften Schulform zu tun, die seit den siebziger Jahren alle Fünft- und Sechsklässler zu durchlaufen hatten, um von dort und ab deren (Be-)Schluss dann entweder in die Hauptschule, in die Realschule oder ins Gymnasium weiterverschickt zu werden.

Zweitens versagen bei dem Gebäude, um das es hier geht, sehr viele sonst zuverlässige Regeln. Wer alles über Stile und Bestimmungen von Bauwerken aus alter und neuer Zeit auswendig gelernt haben sollte, wird hier keinen Blumentopf gewinnen. Eifrig eingeheimste Fleißpunkte helfen dem strebsamen Schüler mitnichten weiter, wenn er nicht höchstselbst sich aufmerksam umschaut.

Drittens sind Stufungen immer heikel. Wenn gerade kein Meisterfriseur zugegen ist, steigt die Gefahr des Pottschnitts. Neben Höher- gibt es leider auch Ein- und sogar Herabstufungen, wofür sich mittlerweile das alles umfassende Unwort „Wertschätzung“ etabliert hat: Ich lobe hoch, sortiere ein oder senke den Daumen. Einen Wert abzuschätzen kann eben unter Umständen auch bedeuten, höchst abschätzig zu werten = zu entwerten.

Viertens ist Orientierung oftmals eher Wunsch denn Wirklichkeit. Ex oriente lux – aus dem Osten kommt das Licht. Die Sonne geht im Morgenland auf, und an uns ergeht immer wieder die Frage, wie „geostet“ unsere abendländischen Sinne tatsächlich sind. Die bisher übliche „Westorientierung“ ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Genauer müsste man dieses Phänomen als „Okzidentierung“ bezeichnen.

Fünftens aber hat Lamoleon sich nie um solche Fragen groß gekümmert. Das Eigenverständnis läuft seltsame Wege, wohl von großen architektonischen Vorbildern und sonstigen Lilienmotiven angeregt, aber dann anschließend von nachkommenden Generationen unverstanden und sogar manchmal ums Spezifische betrogen. Davon wird in einem Folgetext noch ausführlich zu reden sein.

Sechstens geht es im Grunde nur um diese Fragen: Wer oder was mag denn „Lamoleon“ wohl sein? Wie „bio“ ist die blau-weiße Farbgebung? Es folgt vielleicht ein ganzer Fragenkomplex: Kann man das eingedeutschte „Vestibül“ zur Eskalationsstufenerhöhungsvermeidung eigentlich auch mit Ypsilon schreiben? Vestibyl … ? Oder wäre das zu opernhaft? Gibt es aber nicht auch Ufertüren in Wassermusiken? Uh, vertú recte! In virtute veritas! Virtuositas. Es geht also um Virtuosität? Um Händel und sein Handy, das er in Herrenhausen verloren hat?

Stop achtkantig! Die Türen des Hohen Ufers mögen schlundartig sperrangelweit offenstehen und hannöversch locken … Bisher war man in diesen hier vorgestellten und mittels Eckmotiv ins Bild gesetzten heiligen Hallen von solchen Aktionen herzlich unbeeindruckt. Brahms wäre aufblühend da im Hauptraum wirksam gewesen, wenn die Hiesigen die Gelegenheit nicht verschlafen hätten; stattdessen ging der Zuschlag für die Uraufführung seines Deutschen Requiems – nein, nicht an die Leine, sondern – an die Weser nach: Bremen …

Wir ahnen: Es gibt hier viel aufzuklären. Die Menschen haben ein Anrecht darauf. Obwohl ich überhaupt kein investigativer Journalist bin, weiß ich doch: Mit einer bloßen Entrée will heutzutage niemand abgespeist werden, so höflich die Veranstaltung auch vonstatten gehen mag. In Marmeladenbrötchen beißen und gleichzeitig Mobiltelefonempfang haben wollen – dies ist der unsägliche Widerspruch unseres derzeitigen Lebenswandels. Traditionelles Wohlleben und trendiges Whirlpoolhightec: Das wäre zusammengefasst also so etwas wie Frühstücksfernsprech – in Pirouetten und durch die Blume gesagt.

Kapitolinische Kapitulation

„Alle Wege führen nach Rom“ – niemand kommt an der Roma aeterna vorbei, und das gilt bereits seit nunmehr rund drei Jahrtausenden. Mit dem Zweizeiler „Sieben-fünf-drei: / Rom kroch aus dem Ei“ erinnert die deutsche lateinpädagogische Spruchweisheit an die beiden Gründungsbrüder Romulus und Remus, die von einer Wölfin aufgezogen wurden. Die entsprechende Freiluftplastik ist auf dem Kapitolshügel zu sehen. Niedersächsische Wolfsberater mögen dies für ihre Arbeit zu vereinnahmen wissen, sofern sie diese Legende noch kennen. Aber seit dem Jahr 753 vor Christi Geburt ist eben in der „Ewigen Stadt“ allerhand Sonstiges passiert. Zum Beispiel wurden im kapitolinischen Senatspalast Anno Domini 1957 (also nach Christi Geburt!) die „Römischen Verträge“ unterzeichnet. Keine sechzig Jahre ist das jetzt her. Rom ist Europa, und deshalb ist es so bedenklich, was sich jüngst dort zutrug.

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Auch den Präsidenten der Islamischen Republik Iran nämlich führte ein Weg nach Rom. Italien sei für die ölreiche und wieder in die internationale Staatengemeinschaft aufgenommene Regionalmacht am Persischen Golf einer der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Partner der westlichen Welt, hieß es. So machte also der weltliche Repräsentant eines von einem „geistlichen Oberhaupt“ kontrollierten Landes jener mondänen Kapitale seine Aufwartung, wo ebenfalls ein heutzutage säkular-republikanisches System Tür an Tür mit einem religiös-monarchischen Regiment wohnt. Aber – im Gegensatz zum Mullahregime in Teheran – seit 1929 in zwei völlig voneinander unabhängigen Staaten! Weltweit einmalig. Wie unterschiedlich die Repubblica Italiana und die Città del Vaticano agieren, zeigte sich im Umgang mit dem schiitischen Gast.

In Italien mussten es unbedingt die Kapitolinischen Museen sein, den iranischen hohen Herrn zu empfangen. Welch eine Gelegenheit, die dortigen Götterstandbilder aus der griechisch-römischen Antike, gesammelt seit den Zeiten der Renaissancepäpste, zu präsentieren! Jene weiblichen wie männlichen Idealmenschen, die, in Stein gehauen oder in Gips modelliert, vom abendländischen Humanismus so begeistert wiederentdeckt wurden und seitdem der gesamten zivilisierten Menschheit als Maßstab für Schönheit, edle Einfalt und stille Größe gereichen. Aber nun hatte man im Vorfeld des Besuchs gehört, dass Freizügigkeit überhaupt im Orient tabu sei. Die Regierung von Bella Italia sorgte deshalb dafür, dass die Statuen komplett unsichtbar wurden, eingehegt in hölzerne Schrankwandgevierte, anzusehen gleich aufrecht stehenden Särgen. Bloß dass die iranische Delegation nichts sehen müsse von dem, was in normalen Zeiten den Stolz der Stadt und des Erdkreises ausmacht.

Ganz anders die Visite beim römischen Bischof: Papst Franziskus und Präsident Ruhani posierten aufgeräumt vor einem Gemälde, das die Auferstehung Christi zum Thema hat. Wäre das nicht eigentlich die größere und schwerwiegendere Zumutung für den hochgestellten Muslim gewesen? Zwar wird im Islam Jesus als der bedeutendste Prophet vor Muhammed verehrt, man weiß sogar, dass Isa als Sohn der Maria ein Jungfrauenkind ist – aber bei Karfreitag und Ostern scheiden sich die Geister dann doch in höchstem Maß. Und dennoch begab sich der Repräsentant eines Staates, der einmal angetreten war, für alle Muslime dieser Welt zu sprechen, offensichtlich unaufgeregt unter ein Bild, das eben dieses Urereignis der christlichen Botschaft darstellt. Political correctness hätte doch hier eine vollständige Bedeckung des Motivs mit sichtundurchlässigem Stoff einfordern müssen, oder?

Diese unterschiedlichen Umgänge mit ein und demselben Gast lassen sich womöglich allzu rasch erklären. Italien scheint sich, wie so viele europäische Staaten, nun auch völlig unterworfen zu haben – durchaus im Sinne einer sousmission Houellebecq’scher Dimension, mit einer selbstauferlegten „politisch korrekten“ Zurücknahme und Verleugnung, die sowohl den „neuen Rechten“ als auch den Islamisten in die Hände spielt; und die andererseits alle in der Nachfolge der wirklich idealistischen Europäer, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Schlagbäume niederrissen, ratlos und traurig zurücklässt. Der Vatikan hingegen steht felsenfest zur abendländischen Tradition. Dieser gehört eben nicht nur Theologie und kirchengeschichtlich Gewordenes zu, sondern alle Kunst und Kultur, die im Christentum irgendwann Geltung erlangt hat, die vorchristlichen Zeiten unbedingt einbeschlossen. Was wir als „europäische Werte“ mittlerweile allzuoft nur noch als inhaltsleere Monstranz vor uns hertragen, aber bei jeder heiklen Situation dann doch ängstlich verstecken, das wirkt – ich als Lutheraner in heutigen Zeitläuften muss das neidlos anerkennen – im römischen Kirchensystem unerschrocken selbstverständlich und daher beeindruckend standhaft einfach weiter.

Wir stehen an einer Wegscheide. Europa, das wird an diesem römischen Vorfall deutlich, darf niemals identisch werden mit dem, was in Brüssel oder ferngelenkt in Amerika vorentschieden wird. Was uns durch die Römischen Verträge einst zugesichert wurde, war ein Kontinent in Frieden und Wohlstand mit Grundlage der christlichen Kultur, einschließlich ihrer Vorboten und Nachwirkungen. Das heißt aber auch, dass wir mit all dem uns selbst ins Abseits befördern, was wir für Vertreter anderer Kulturen aus eigener Initiative heraus, in vorauseilendem Gehorsam,  als „peinlich“ oder „diskriminierend“ oder „nicht wertschätzend“ bloß vermuten und vermeinen. Als eine Kapitulation entlarvt sich solch ein – von geistreichen Zeitgenossen treffend benannt: – „betreutes Denken“, das zum Lachen wäre, wenn es nicht so böse Folgen nach sich zöge. Denn wer sich verkriecht, aus Furcht, er könne anecken, hat schon verloren.

Kenner der nahöstlichen Welt sagen uns jeden Tag, wie sehr die Menschen aus jenen Gefilden sich über die sogenannten Gutmenschen unter uns lustig machen. Und es bleibt dann nicht beim harmlosen Spott, sondern es entwickelt sich eine Respektlosigkeit, die kein Mensch wollen kann, wohnt in ihm noch ein Funke von geistig-energischem Wahrhaftigkeitsstreben in Hinsicht auf gottesfürchtige Barmherzigkeit und weltbürgerliche Humanität. Nur so lassen sich kleinkarierte Ängstlichkeit und brutaler kultureller Ausverkauf stoppen. Es wäre für unseren guten alten Kontinent jammerschade, wenn alle künftigen Wege ins schöne Rom vor dummen hölzernen Verschlägen endeten. Holzwege kennt die Welt schon mehr als genug.