Nur so nebenbei

Jetzt geht es um Gesichtshaare und Schlangenlöcher. Der eine Parteigenosse instrumentalisiert seine kleine Tochter, der andere seine erwachsene Schwester. Und die Fraktionsvorsitzende im Bundestag – der einzige noch aktive Vulkan der Eifel –  geht im Karneval als Clown. Weiberfastnacht bekommt da eine ganz neue Bedeutung.

So tief ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands gesunken. Das durch den in glattrasierter Umgebung sich artikulierenden Mund des Vaters sprechende Außenministertöchterchen diffamiert den Parteivorsitzenden, weil der einen Bart trägt, während des so Gepiesackten Schwesterchen ihr Brüderchen in Schutz nimmt vor bösen stechenden Zungen, denen „der Maddin“ schutzlos ausgeliefert gewesen sei. Alles immer „in die Fresse“, bätschi!

Die Herren Gabriel und Schulz sowie Frau Nahles sollten sich vorbereiten auf die Zeit für Kevin. Dieser ungestüme Endzwanziger ist zwar noch eher ein Milchgesicht und längst nicht so klug wie die Schlangen – doch Herr Kühnert hat jetzt schon das Zeug, die „Basis“ aufzurütteln. Da spielt es keine Rolle, wie der SPD-Mitgliederentscheid über Wohl oder Wehe der projektierten vierten Großen Koalition (nach 1966, 2005 und 2013) tatsächlich ausgeht.

Doch im Ernst: Vor lauter innerparteilichem Gezänk wird sträflich vernachlässigt, dass es um eine Regierung für unser liebes Deutschland geht. Und darum, die großen Linien nicht zu vergessen. An diesem Bewusstsein hapert es. Der Geist geht flöten, ein Sinn für Höheres ist im Kleinklein von sachgrundlosbefristetenarbeitsverträgeneuropäischenverantwortlichkeitenetcpp so gut wie gar nicht auszumachen. Staatsraison geht anders.

Nur so nebenbei deshalb eine kleine freundliche Erinnerung aus einem der liberalsten Länder des älteren Vaterlandes, aus dem Großherzogtum Oldenburg, vom Schlossplatz der gleichnamigen Hauptstadt, aufgeschrieben auf der Rückseite des Denkmals für Herzog Peter Friedrich Ludwig (reg. 1785 bis 1829), mit Blick auf die Schlosswache und „sein“ Kind, die Landessparkasse, gegründet im Sinne von Wohlfahrt und Sicherheit:

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Vielleicht wäre solch eine Rückbesinnung auf das staatsphilosophisch Wesentliche doch besser als das unwürdige gegenwärtige Postengeschacher … Aber wer hört schon auf Vernunftgründe? Übrigens hatte dann der Enkel von „PFL“, Großherzog Nikolaus Friedrich Peter (reg. 1853 bis 1900) aus wirklichem erwartungsvollen Interesse und durchaus im heilsamen Gegensatz zur zeitgenössischen preußischen Hexenjagd den „Vorwärts“ abonniert … Aber auch das erwähne ich nur so nebenbei.